Hans Gugelot – rationaler Visionär


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Der Designer Hans Gugelot schuf in seinem kurzen Leben Design-Klassiker, die aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Ob funktionale Möbel-Systeme, oder Elektrogeräte mit alltagstauglichem Design, für ihn sollten die praktischen Dinge schön und die schönen Dinge praktisch sein. Design gehörte für ihn zum Alltag und zum Leben dazu und von unnützem Schnickschnack hielt er nicht viel. Qualität und gesunder Menschenverstand machen seine Werke aus, die noch heute als Meilensteine der Design-Geschichte betrachtet, und teilweise sogar in Museen ausgestellt werden. Schon zu Lebzeiten erhielt Hans Gugelot zahlreiche Auszeichnungen für seine Kreationen, wie beispielsweise den Bundespreis „Gute Form“, die „Spiel Gut“-Auszeichnung und den „Rosenthal-Studio-Preis“.

Möbelsystem M 125 von Hans Gugelot. Foto: hansgugelot.com
Möbelsystem M 125 von Hans Gugelot. Foto: hansgugelot.com

Hans Gugelot – der Mensch

Der renommierte Designer Hans Gugelot wurde am 1. April 1920 auf der südostasiatischen Insel Celebes geboren, die heute zu Indonesien zählt, damals jedoch noch niederländische Kolonie war. Sein Vater war Arzt und bald nach der Geburt des Sohnes zog die Familie in die Schweiz. Hier studierte Hans Gugelot in Lausanne und Zürich Architektur und machte 1946 seinen Abschluss an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Im Jahr darauf heiratete er.

Hans Gugelot. Foto: powerhousemuseum.com
Hans Gugelot. Foto: powerhousemuseum.com

Nach seinem Studium arbeitete er zunächst mehrere Jahre lang als freier Mitarbeiter verschiedener Architektenbüros, vor allem für Max Bill. 1954 begann er, als Dozent an der 1953 von Max Bill, Otl Aicher und Inge Aicher-Scholl gegründeten Ulmer Hochschule für Gestaltung zu arbeiten. Im gleichen Jahr traf er Erwin Braun und begann, für die Firma Braun Elektrogeräte als Designer zu arbeiten. In den folgenden Jahren arbeitete er außerdem als Designer für weitere Elektrogeräte- und Möbel-Hersteller, wie beispielsweise Pfaff, Kodak und Bofinger. Zwischen 1959 und 1962 war er als Berater zur Entwicklung der Hamburger U-Bahn tätig.

Im Alter von nur 45 Jahren starb Hans Gugelot 1965 sehr plötzlich an einem Herzinfarkt.

Das Institut für Produktentwicklung und Design in Neu-Ulm, an dem er als Leiter tätig war, wurde nach seinem Tod in „Gugelot-Design“ umbenannt, seine Ansätze des rationalen Design wurden hier bis zur Schließung 1974 weiter gelehrt.

Hans Gugelot – sein Werk

Für Hans Gugelot war Design eine kulturelle Notwendigkeit, ein Teil des alltäglichen Lebens. Seine Werke sind längst Klassiker geworden, noch heute sind die Geräte und Möbel mit dem reduzierten Design und der gedämpften Farbpalette Vorbild und Inspiration für moderne Designer. Er lehnte jedes überflüssige Dekor ab und achtete stets auf eine klare, zweckmäßige Formgebung. Sein Stil gilt als Weiterentwicklung des Bauhauses der 1920er Jahre und vereint klare Formen mit alltagstauglicher Zweckmäßigkeit.

1950 gründete er sein eigenes Unternehmen und arbeitete am Möbel-Systems „M 125“. Dieses System besteht aus vorgefertigten Elementen, die individuell und immer wieder neu zusammengesetzt werden können.

Für das Unternehmen Braun Elektrogeräte entwarf er Geräte mit klaren, zeitlosen Formen. Von „Face Lifting“ hielt er nicht viel. Sein Leitspruch war stets „form follows function“. Klassiker wie der Elektrorasierer „Sixtant“ von 1962 oder die Radio-Plattenspieler-Kombination Phonosuper SK 4, die bis heute als Meilenstein des Design angesehen wird, strahlen diese Maxime aus.

Braun Sixtant 1, 1961. Foto: hansgugelot.com
Braun Sixtant 1, 1961. Foto: hansgugelot.com

Einige seiner Klassiker wurden Jahrzehnte lang unverändert produziert, die als Gugelot-Bett bekannte Bettkonstruktion „GB 1085“ von 1954 wird sogar noch heute produziert.

Inspirationen für Designer jeder Epoche

Die Gugelot-Klassiker sind seit den 1950er Jahren Inspirationsquelle für Designer jedes folgenden Jahrzehnts geworden. Die 1963 entwickelte Dynamo-Taschenlampe, das 1954 entworfene Spielmöbel-System für Kinderzimmer, die 1962 konstruierten Doppeltriebwagen der Hamburger Hochbahn, diese und weitere Möbel und Elektrogeräte bieten modernen Designern Ideen für Weiterentwicklungen und eigene Kreationen. Dies dürfte ganz im Sinne des viel zu früh verstorbenen Hans Gugelot sein. Er selbst entwickelte sich und sein Werk stets weiter, fand immer neue Ideen und Lösungsansätze und entwarf praktische Dinge, die ihrer Funktionalität in Sachen Design in nichts nachstanden.

Kodak Diaprojektor "Carousel", 1963. Foto: hansgugelot.com
Kodak Diaprojektor „Carousel“, 1963. Foto: hansgugelot.com

Seine Werke können im Rahmen einer Ausstellung im Showroom des Markanto Depots in Köln samstags vom 05. September 2015 bis 30. November 2015 besichtigt werden.

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