Slow Living im Empordà – ein Haus, das leise Luxus flüstert
Es gibt Häuser, die beeindrucken. Und es gibt Häuser, die beruhigen. Dieses hier gehört eindeutig zur zweiten Kategorie – und genau deshalb bleibt es im Kopf. Mitten im Empordà, jener katalanischen Landschaft, die schon Salvador Dalí geprägt hat, ist ein Rückzugsort entstanden, der Slow Living nicht predigt, sondern lebt.
Entworfen vom Architekten Damián Ribas und kuratiert von D’Aussy Interiors, ist dieses Haus kein Showpiece für Instagram, sondern ein Zuhause für echte Tage, echte Pausen, echtes Leben.
Ein Zuhause zwischen Alltag und Rückzug
Die Bauherren leben zwischen Barcelona und Girona und zeigen damit einen Spagat, den viele kennen. Die Idee: ein Ort, an dem man ankommt und automatisch langsamer wird, ohne sich vom Leben abzukoppeln.
Clara Joly d’Aussy stieg bereits während der Bauphase ein und begleitete die Auswahl von Materialien, Licht, Möbeln und maßgefertigten Details. Fast alles lokal, vieles handgefertigt. Kein dekorativer Aktionismus, sondern Entscheidungen mit Haltung.

Architektur, die mit der Landschaft spricht
Das Haus besteht aus zwei klaren Volumen – Tag- und Nachtbereich –, verbunden durch einen zentralen Eingangsraum. Dazwischen entstehen Patios, die Licht bis ins Untergeschoss holen. Innen und Außen verschwimmen, ohne ihre Identität zu verlieren.
Verwendet wurden ausschließlich ehrliche Materialien:
- trocken gesetzter Naturstein
- katalanischer Tuff
- Kalkmörtel
- rustikaler Mikrozement
- Eiche
- schwarze Metallakzente
D’Aussy Interiors übersetzt diese Basis in eine warme, mediterrane Sprache: Leinen, Baumwolle, recyceltes Holz, Keramik, Papier. Nichts glänzt, alles wirkt.
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Räume, die Luft holen lassen
Der Wohnbereich

Das Herz des Hauses. Schräge Holzdecken in gebrochenem Weiß, ein Kamin gegenüber einem Leinen-Sofa, große Fenster für Querlüftung und Licht. Hier wird nicht inszeniert, hier wird gelebt.
Küche & Essplatz

Die L-förmige Küche ist funktional und visuell leicht: weiße Fronten, helle Holzregale, eine Insel mit Holzbarhockern. Der Essbereich bleibt bewusst reduziert – runder Tisch, Rattanstühle, eine große Reispapierleuchte. Mehr braucht es nicht.
Der kleine Luxus: ein Arbeitsbereich
Leicht erhöht, zurückgezogen, mit Eichenregalen und ausgewählten Keramiken. Kein Homeoffice-Zwang, sondern ein Ort für Gedanken.
Schlafen im Sinne von Slow Living

Die Schlafzimmer sind ruhig, fast asketisch – und genau deshalb so erholsam. Maßgefertigte Möbel, integrierte Kopfteile mit Nischen, bodenlange Vorhänge aus Naturstoffen, direkter Zugang nach draußen.
Die Bäder folgen derselben Logik: mediterran, reduziert, zeitlos. Kein Trend, der in drei Jahren alt aussieht.

Draußen ist kein Danach, sondern Teil davon
Der Garten mit heimischen Pflanzen ist keine Kulisse, sondern eine Erweiterung des Hauses. Am Pool entsteht ein Chill-out-Bereich mit gemauerten Bänken, weichen Polstern und einer Schilfpergola, die das Licht filtert und vor der Tramontana schützt.

Lesen, essen, nichts tun – alles findet draußen genauso selbstverständlich statt wie drinnen.
Es zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht laut sein muss. Dass Luxus nichts mit Goldhähnen zu tun hat, sondern mit Zeit, Ruhe und Qualität. Und dass mediterranes Design dann am stärksten ist, wenn es sich zurücknimmt.
D’Aussy Interiors entwirft keine Häuser für schnelle Bewunderung, sondern für Menschen, die bleiben wollen. Und genau das ist moderner Luxus.


