Das Restaurierungsprojekt des Grand Théâtre de Québec wurde soeben mit vier prestigeträchtigen Auszeichnungen prämiert. Zwei davon wurden vom Ordre des architects du Québec verliehen – die höchste Auszeichnung der Jury und die Wahl des Publikums. Das SAB Magazine hat das Projekt außerdem mit dem Green Building Award ausgezeichnet, ebenso wie das Royal Architectural Institute of Canada für seine Innovationskraft.

Das Grand Théâtre de Québec, das für seine außergewöhnliche Architektur geschätzt wird, ist eine kulturelle Ikone. Lemay und Atelier 21 wurden mit der Restaurierung und dem Schutz der bröckelnden Außenhülle des Gebäudes und des emblematischen Bonet-Wandbildes im Inneren beauftragt.

Durchgang im Grand Théâtre de Québec, Foto: Stephane Groleau
Durchgang im Grand Théâtre de Québec, Foto: Stephane Groleau

Die neue Hülle ist eine sensible Antwort auf ein komplexes Problem. Bei der Entwicklung von Korrekturmaßnahmen für die vielen Schwachstellen des Gebäudes erarbeitete das transdisziplinäre Team eine nachhaltige, innovative Lösung: Die Ergänzung der Betonstruktur durch eine transparente, gläserne Vorhangfassade.

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Die neue Hülle erntet hohe Anerkennung für ihre Schönheit und Nachhaltigkeit

Die gläserne Hülle wurde sorgfältig in Kontinuität mit der von Victor Prus, dem ursprünglichen Architekten, entwickelten Struktur und dem Wandgemälde von Jordi Bonet gestaltet, das von Prus‘ schützender Außenhülle umschlossen wird. Diskret und zeitweise fast immateriell, reflektiert sie ihre Umgebung und wird zur Hauptschnittstelle mit der Stadt, was einen zusätzlichen theatralischen Akt bei der Entdeckung dieses bedeutenden Werks aus Quebec darstellt.

Wie geplant, schützt die dünne Wand aus schützendem Glas des Grand Théâtre vor den Elementen, indem sie eine sekundäre, gehärtete Hülle bildet, in der ein Wärmerückgewinnungs- und Thermomassensystem mit geringem Durchfluss untergebracht ist. Das System ist sowohl energieeffizient als auch wirtschaftlich. Über ihre primäre Funktion hinaus fungiert die neue Schicht als Erweiterung des ursprünglichen Gebäudes, das sie schützt, und verwendet dieselbe fein abgestimmte strukturelle Logik und Zusammensetzung.

Die Glasfassade des Grand Théâtre de Québec, Foto: Stephane Groleau
Die Glasfassade des Grand Théâtre de Québec, Foto: Stephane Groleau

Jegliche Veränderung der Architektur musste stark eingeschränkt werden, sagt Eric Pelletier, Architekt und Designchef bei Lemay. Die Fragilität des Gebäudes, gepaart mit der Unmöglichkeit, direkt auf die Betonanker zuzugreifen, stellte eine große Herausforderung dar – wobei die Arbeiten am Gebäude während des normalen Theaterbetriebs tagsüber und abends stattfanden.

Ähnlich wie bei einem Theaterstück, das vor 50 Jahren geschrieben wurde, mussten wir das Le Grand Theatre mit einem neuen Skript revitalisieren, das bei einer neuen Generation Anklang finden würde, während wir gleichzeitig Prus‘ Originalwerk respektierten und berücksichtigten.

Eric Pelletier, Architekt, Design Principal bei Lemay
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