Wie der Fasan gehört der Pfau zur Gattung der Hühnervögel. Das klingt zunächst fast ein wenig gewöhnlich für diesen Vogel, der in manchen Kulturen als „Engel Pfau“ verehrt wird und auch als Wappentier häufiger vorkommt. Er stammt ursprünglich aus Indien und Sri Lanka, und vor allem der männliche Blaue Pfau gilt aufgrund seines dekorativen Federkleides als Symbol der Schönheit, der Leidenschaft und der Eitelkeit. Schlägt er sein Rad, zeigt er eine prächtige Federkrone mit den typischen farbintensiven Pfauenaugen in leuchtendem Blau und Grün. Diese Schönheit aus der Natur hat viele Gestalter und Modeschöpfer immer wieder zu einem Design inspiriert, das Farbe und Form der Pfauenaugen aufnimmt.

Der Pfau als Designmotiv in der Haute Couture

Es muss ja nicht gleich ein Hochzeitskleid im Wert von 1,5 Millionen US-Dollar sein, für dessen Schleppe 2.000 Pfauenfedern verarbeitet wurden.

Sie können auch in andächtiger Bewunderung staunen, was für ein zauberhaftes Kleid ein bekannter französischer Modeschöpfer Anfang der 50er-Jahre schuf. Im New Yorker Metropolitan Museum of Art kann das Traumkleid, das aus einer schlichten Corsage und einem weiten, kunstvoll im Pfauen-Look bestickten Rock besteht, im Original besichtigt werden. Die wunderschönen Vögel haben den Couturier offenbar stark fasziniert – das zeigen auch andere Modelle wie ein betont weibliches Kleid, das durch sein Blumenmuster sehr zart wirkt und dessen bodenlanger Rock mit Pfauenaugen so gearbeitet ist, als würde er in Federn auslaufen.

"Junon" by Christian Dior
Bild: „Junon“ von Christian Dior (1949), The Metropolitan Museum of Art

In den Haute Couture taucht der Pfau immer wieder auf – so auch bei einem märchenhaften, trägerlosen Pfauen-Kleid, das ein britischer Modedesigner entworfen hat. Dieses Modell in Schwarzweiß besitzt einen asymmetrischen, gebauschten Rock, über den sich schwarze Pfauenfedern zu ergießen scheinen, während auf dem Oberteil zwei Pfauen wie Scherenschnitte einander die Köpfe zudrehen – ein Design-Blickfang der besonderen Art!

Pfau-Kleid-von-Alexander-McQueen
Designer: Alexander McQueen, Herbst/Winter 2008-2009
Accessoires in edlem Design

Auf Accessoires wie Seidentüchern, Handtaschen oder bei exquisiter Bademode sind Pfauenmotive ebenfalls häufig zu sehen. Luxuriöses Briefpapier mit zartem „Peacock“-Emblem, Bikinis in Pfauenfarben oder Abendtaschen wie eine weiße Clutch im Design eines Pfauenrades zählen zu den Highlights unter den Ideen, wie der Pfau in Mode beeinflusst. Ebenso punkten aparte Pfauenröcke mit fedrigen Säumen auf den Catwalks angesagter Modedesigner. Auch weißes Porzellan, bemalt mit zarten grünen Pfauenfedern, zählt zu den exklusiven Produkten, die nicht jeder hat. Eine blaue Tapete, über und über bedruckt mit Pfauenaugen, ist ein weiteres Beispiel für kultiges Pfauen-Design.

La-Perla
Design: La Perla
Schale
Gefunden bei Pier1
Möbel im Pfauen-Look

Korbsessel im Pfauenstil sind relativ preiswerte Klassiker des mediterranen und kolonialen Einrichtungsstils. Futuristisch zeigen sich ebenso exzentrische wie formvollendete schneeweiße Pfauen-Stühle, die eher an Kunstobjekte als an Sitzgelegenheiten erinnern. Total extravagant in seiner Wirkung ist ein pfauenblauer Designer-Sessel, der aussieht wie ein geöffnetes Pfauenrad, das aber nicht aus Federn, sondern aus gefälteltem Leder besteht. Nicht minder ausgefallen und ausgesprochen auffallend präsentiert sich eine weiße Anrichte, die auf vier goldenen Pfauenfüßen steht und auf ihrer Vorderfront Pfauenkopf und Pfauenfedern in fotografischer Genauigkeit wie aus dem Naturkundebuch zeigt. Design und Ausstrahlung dieses ungewöhnlichen Sideboards lassen Assoziationen von orientalischer Prachtentfaltung aufkommen.

Dror-for-Capellini
Quelle: „Peacock“ von Dror Benshetrit for Cappellini (2009), The Metropolitian Museum of Art
Sideboard
Quelle: PEACOCK, Limited Edition, Jetclass | Real Furniture

Aus der Gestaltung von Outdoor-Bereichen ist der Pfau kaum wegzudenken. Wer sich keinen echten Vogel in seinem Garten hält, kann eine Pfauenskulptur erwerben oder sich einen Sitzplatz auf einem Mosaik aus Steinen schaffen, die wie Pfauenaugen angeordnet sind – mit Akzenten in dem typischen Blau, die die Federn des majestätischen Vogels auszeichnen. Fantasievolle Metalltische, die das Thema Pfau auf unterschiedliche Weise aufnehmen, runden die Ruhe-Oase auf eine ebenso originelle wie noble Art ab.

Der Pfau und das Schmuck-Design

Die hohe Ästhetik, die der Pfau in seiner Gestalt besitzt, und die unvergängliche Schönheit seines Gefieders regen auch die Schmuckdesigner zu immer neuen Entwürfen an. Wertvoll und elegant ist beispielsweise eine Platinbrosche in Pfauen-Form, besetzt mit Saphiren und Diamanten besetzt. Kunstvolle Diademe mit dem typischen Bogen des Pfauenrades sind Schmuckstücke von zeitloser Attraktivität. Im sechsstelligen US-Dollar-Bereich liegt der Wert einer fein gearbeiteten Pfauenbrosche, die auf die Farben Weiß und Rot setzt. Der weiße Pfau steht auf einem großen ovalen Rubin, und sein Gefieder ist mit vielen kleinen Rubinen geschmückt. Gelb. Orange, Grün und Blau harmonieren wundervoll bei den Edelsteinen eines Pfauencolliers, das mit seinem zarten, aber markanten Design ein schönes Dekolleté noch verführerischer macht und durch dekorative Ohrgehänge ergänzt wird.

Cartier Brosche
Pfau-Brosche (Platin, Saphir, Diamanten), Foto: Vincent Wulveryck, Cartier (2011)
Cartier-Brosche
Pfau-Brosche (Platin, verschiedende Saphire, Smaragd, Diamanten), Foto: Vincent Wulveryck, Cartier (2011)
Kette
Peacock Queen, Cartier, 2009

Titelbild: Daniela Hinz, 2014

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