Die Inspiration für dieses Projekt „The Hill“ stammt aus dem aufmerksamen Lauschen auf das subtile Murmeln und Flüstern in solchen Umgebungen sowie aus der Suche des Kunden nach Schutz und Geborgenheit.

"The Hill" aus der Luft - man erkennt, wie gut das Gebäude in die Umgebung passt. Foto: Dane Alonso
„The Hill“ aus der Luft – man erkennt, wie gut das Gebäude in die Umgebung passt. Foto: Dane Alonso

Wie kann man sich geschützt fühlen? Was kann man tun, wenn man sich verletzlich fühlt? Diese Frage wurde von einem Bild oder vielleicht einer Erinnerung begleitet: ein verängstigtes Kind, das sich mit einem leichten Bettlaken zudeckt, während es sich vergewissert, dass es sehen kann, was um es herum geschieht.

Ein Bettlaken über sich zu ziehen ist ein sehr elementarer Akt, der auf den grundlegendsten Teil des Selbst anspielt; ein Bettlaken verbirgt, schützt, umhüllt und schafft einen Raum darunter, der so sicher und intim ist, dass er jeden Geist, jedes Gespenst oder jeden Dämon fernhält, der den Raum umgeben könnte.

Gleichzeitig schafft dieses Projekt eine Kontinuität in der schönen lebendigen Oberfläche um das Land herum und bildet einen neuen Hügel an einem Ort, der bereits von vielen umgeben ist.

Die Natur ist maßgebend bei dem Projekt "The Hill", Foto: Dane Alonso
Die Natur ist maßgebend bei dem Projekt „The Hill“, Foto: Dane Alonso

Die Architektur ist wie ein Akzent in den Worten eines Gedichts, wie ein Komma oder ein Fragezeichen, aber niemals das eigentliche Gedicht. Das Gedicht wird bereits von den Kiefern, den Eichen, den Akazien, den Glühwürmchen, der Straße, dem Zaun, dem Brunnen des Nachbarn, der Erde, dem Obstgarten und der Nachtigall geschrieben.

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Viel Beton – aber dennoch nicht kalt

Vier Betonmauern setzen Akzente, die überraschend aus der Landschaft auftauchen; zwei von ihnen tragen das Land des neuen Hügels, der durch das Anheben des Bettlakens entstanden ist, und zwei weitere rahmen den Zugang ein, wenn sie die Gäste ins Haus geleiten.

The Hill - der Eingangsbereich, Foto: Dane Alonso
The Hill – der Eingangsbereich, Foto: Dane Alonso

Der Weg ist breit genug, um bequem allein gehen zu können, und doch schmal genug, um von einer Begleitung abzuschrecken. Der Besucher wird auf eine Pilgerreise in die Einsamkeit geschickt, die zu einem alten Baum führt, der so präsent ist, dass es notwendig war, die Linearität einer der Mauern mit einer sanften Kurve zu verzerren, um an ihm vorbeizugehen. So nah, dass man ihn sogar grasen kann.

Nix für große Anlieferungen - der schmale Eingang zu "The Hill", Foto: Cesar Bejar
Nix für große Anlieferungen – der schmale Eingang zu „The Hill“, Foto: Cesar Bejar

Nach dem Überschreiten der Baumschwelle, dem Hinuntergehen einiger massiver, perlenbesetzter Steinstufen und dem Öffnen einer schweren Stahltür steht ein Betongewölbe, das die Lasten des grünen Bettlakens, das darauf liegt, trägt und das Gefühl vermittelt, sich in einer kalten, dunklen, aber seltsam gemütlichen Höhle zu befinden.

Der Beton wurde als Hauptmaterial gewählt, weil man davon träumte, dass dieser neue Felsen schmilzt, während er unweigerlich mit dem Wald interagiert und seine Farben verändert… Grautöne, die sich in Grün-, Schwarz- und Gelbtöne verwandeln, die nach und nach in die Umgebung integriert werden. Der Bodenbelag unterstreicht das Aroma des Holzes, das man in der Umgebung von Kiefern wahrnimmt und das ein Gleichgewicht zur kalten Temperatur des Betons schafft; und schließlich der Stahl, der mit der Zeit und dem Regen ein Aussehen wie Baumrinde annimmt.

Der Wohn- und Essbereich im Haus, Foto: Cesar Bejar
Der Wohn- und Essbereich im Haus, Foto: Cesar Bejar

Was die räumliche Organisation anbelangt, so sind die öffentlichen Bereiche auf der linken Seite des Hauses vollständig der bewaldeten Schlucht ausgesetzt, während sie sich auf der rechten Seite eher zaghaft zu einem Innenhof mit Blick auf die Baumkronen und den Himmel öffnen.

Das große Schlafzimmer von "The Hill", Foto: Cesar Bejar
Das große Schlafzimmer von „The Hill“, Foto: Cesar Bejar

Es war wichtig, nur wenige Elemente zu verwenden, die mit einem bestimmten Zeitpunkt in Verbindung gebracht werden können. So wurden der Kühlschrank und die Geräte versteckt, die Beleuchtung sehr diskret angeordnet und nur die vier wichtigsten Materialien verwendet: Stein, Holz, Beton und Stahl. Für den Kunden war es essenziell, die raue und primitive Atmosphäre der Berge zu erhalten.

Minimalismus prägt das Haus, Foto: Cesar Bejar
Minimalismus prägt das Haus, Foto: Cesar Bejar
Flurbereich in "The Hill", Foto: Cesar Bejar
Flurbereich in „The Hill“, Foto: Cesar Bejar
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