Dass Benziner, Ölheizungen und Mähroboter keine besonders umweltfreundlichen Erfindungen sind, dürfte inzwischen in allen Haushalten angekommen sein. Doch auch die unscheinbaren Umweltsünden sollten beim Betrachten der persönlichen Ökobilanz keinesfalls vernachlässigt werden. Ob in der Küche oder die Chemiekeulen im Bad: Privathaushalte sind voll von klimaschädlichen Produkten. Inzwischen gibt es jedoch zahlreiche Alternativen für mehr Umweltbewusstsein.

Umweltfreundlich Waschen will gelernt sein

Ohne Waschmittel kommen nur wenige Haushalte aus. Einige stellen mit Kastanien ihr eigenes DIY-Waschmittel her oder probieren es mit Gallseife. Doch viele wünschen sich fertige Alternativen, die keinen zusätzlichen Zeitaufwand mit sich bringen und trotzdem das Klima entlasten. Eines der großen Probleme beim Waschen sind die in den Waschmitteln enthaltenen Tenside. Diese waschaktiven Substanzen machen Textilien zwar sauber, belasten aber auch die Umwelt und werden häufig überdosiert.

Das Münchner Startup everdrop GmbH hat womöglich einen Kompromiss gefunden. Im Rahmen eines individuellen Wasserhärtekonzepts wird das gewünschte Waschmittel an die Wasserhärte des Wohnorts von Käufern angepasst. Laut offiziellen Angaben können dadurch bei jeder Waschladung bis zu 50 Prozent Tenside eingespart werden (siehe Waschmittel-Infoseite unter everdrop.de). Die Dosiermenge wird verringert und unnötige Chemie vermieden. Zudem sind die Voll- und Colorwaschmittel frei von Mikroplastik, vegan und biologisch abbaubar – die Papierverpackungen werden CO2-neutral hergestellt. Im Bereich Putzmittel-Tabs wurde der Hersteller mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet (Quelle: nachhaltigkeitspreis.de).

everdrop bietet umweltfreundliche Lösungen für den Haushalt an. Foto: everdrop GmbH
everdrop bietet umweltfreundliche Lösungen für den Haushalt an. Foto: everdrop GmbH

Pro Climate von dm

Auch dm befindet sich in Sachen Nachhaltigkeit auf dem Vormarsch und hat bereits zahlreiche Produkte in den Drogerien durch umweltfreundliche Alternativen ersetzt. 2021 hat das Unternehmen die umweltneutrale Produktserie Pro Climate auf den Markt gebracht. Negative Auswirkungen durch die Herstellung wie CO2-Emissionen, Ozonabbau und Versauerung, die trotz möglichst umweltfreundlicher Produktion nicht vermieden werden können, werden kompensiert.

Bislang gibt es von Pro Climate vom Toilettenpapier über Spülmittel bis zur Körperlotion etwas mehr als ein Dutzend Produkte (Stand Juni 2021). Der Image-Film weckt die Hoffnung auf eine bessere Welt. Zumindest könnte mit einer solchen Herstellungsweise ein Anfang gemacht sein.

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WC- und Rohrreiniger – die Todsünden im Haushalt

Im Badezimmer werden viel umweltschädliche Produkte eingesetzt. Wie der Naturschutzbund Deutschland e. V. online erklärt, gehören unter anderem Rohr- und WC-Reiniger sowie Duftsteine für das WC zu den Haushaltsprodukten, die besonders schädlich für die Umwelt sind. Zu den WC-Duftsteinen heißt es zum Beispiel:

Sie besitzen keine Reinigungswirkung, aber mit jedem Spülvorgang gelangen schädliche Chemikalien in den Abfluss.

Ätzende WC- und Rohrreiniger sind laut Nabu „die giftigsten Haushaltsreiniger“ überhaupt (Quelle: Ratgeber umweltfreundlicher Putzen unter nabu.de). In der „Hausmittel-Schatzkiste“ nennt der Naturschutzbund nachhaltigere Alternative. Rohrreiniger lassen sich zum Beispiel durch Backpulver und Essigessenz ersetzen – zwei preiswerte Produkte für die Küche, die in Rohren wirksame Arbeit leisten:

Einfach ein Päckchen Backpulver in den verstopften Abfluss schütten, eine halbe Tasse Essig hinzuschütten und warten, bis die Reaktion der beiden Komponenten keine Geräusche mehr macht. Dann mit reichlich heißem Wasser nachspülen und der Abfluss ist wieder frei.

Auf Mikroplastik zu verzichten, ist gar nicht so schwierig. Foto: congerdesign / pixabay.com
Auf Mikroplastik zu verzichten, ist gar nicht so schwierig. Foto: congerdesign / pixabay.com

Putzen und Pflegen ohne Mikroplastik

In welchen Haushaltsprodukten Mikroplastik enthalten ist, war bis vor einigen Jahren nur den Wenigsten klar. Doch inzwischen wurden viele Produkte entlarvt und der Verbraucher sensibilisiert. Dennoch gibt es nach wie vor zahlreiche Artikel, die durch Mikroplastik die Meere belasten.

Das gilt auch für Glaskeramikreiniger, die im Handel zum Säubern von Kochfeldern angeboten werden. Wer der Umwelt etwas Gutes tun möchte, verzichtet in Zukunft komplett auf derartige Reinigungsmittel und greift stattdessen zum Glaskeramik-Schaber. Diese kleinen Helfer lösen selbst hartnäckige Verschmutzungen auf der Herdplatte, ohne diese zu beschädigen.

Gut zu wissen: Umweltschädliche Putzmittel im Haushalt enthalten unter anderem diese bedenklichen Substanzen:

  • Tenside auf Erdölbasis
  • Enthärter
  • Konservierungsstoffe
  • Bleichmittel
  • Mikroplastik

Schädlich sind diese Inhaltsstoffe aber nicht nur für das Gewässer und Tiere, sondern auch für diejenigen, die sie benutzen – den Menschen. Schließlich werden die Stoffe nicht selten über Sprühnebel und Dämpfe eingeatmet und gelangen so über die Atemluft direkt in den Organismus.

Weitere Anregungen für klimafreundliche Produkte:

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