Als sich Covid-19 im Jahr 2020 ausbreitete, ergriffen Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen auf der ganzen Welt noch nie dagewesene Maßnahmen, die an Kriegseinsätze erinnerten. Länder wurden abgeriegelt, Schulen geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, Fabriken geschlossen, Millionen von Menschen angewiesen, von zu Hause aus zu arbeiten, und Notfallfonds freigegeben. Keine wirtschaftlichen Kosten waren zu hoch, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Das Coronavirus beweist, dass es möglich ist, dramatische Veränderungen vorzunehmen und wirtschaftliche Opfer zu bringen, um Leben zu retten.

NEON und Frankie Boyle Studio wollten gemeinsam an einem Projekt arbeiten, das die Reaktionsfähigkeit der Menschheit veranschaulicht und zeigt, wie wir in der Lage sind, uns an Veränderungen anzupassen und zusammenzuarbeiten, wenn wir mit neuen Situationen konfrontiert werden. Das Ergebnis ist ein einladendes Projekt, das Hoffnung und Freude vermittelt und öffentliche Räume belebt, die in letzter Zeit eher ruhig und unsicher waren.

"The Living Lantern" in Brisbane, Australien, Foto: Pixel Frame
„The Living Lantern“ in Brisbane, Australien, Foto: Pixel Frame

Dieses Projekt trägt den Namen „The Living Lantern“. Laternen sind ein universelles Symbol der Helligkeit, der Transzendenz und des Lichts. In verschiedenen Kulturen gelten sie als Symbole für Liebe, Weisheit und Erleuchtung und symbolisieren auch das innere Licht, das die Seele durch Zeiten der Dunkelheit mit dem Versprechen auf einen neuen Tag führt. Laternen erinnern uns an unsere Fähigkeit, unseren Weg in der Welt zu finden, und sprechen unsere angeborene innere Stärke an.

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Über „Living Lantern“

„The Living Lantern“ ist eine kinetische und Lichtinstallation. Sie hat eine dynamische, windabhängige Außenmembran, die sich öffnet und schließt, um das Licht aus ihrem Kern zu filtern. Die Besucher sind eingeladen, sich Zeit zu nehmen und ein Objekt zu beobachten, das sich ständig verändert. Dieses Projekt hat eine meditative Wirkung, da sich die Struktur durch die Interaktion zwischen der windgetriebenen Bewegung und den animierten Lichtsequenzen ständig weiterentwickelt.

Das Kunstwerk hat zwei „Modi“. Tagsüber kann der Besucher eine Version erleben, in der die Holzmaterialität des Kunstwerks zum Ausdruck kommt. Abends, wenn es dunkel ist, wird das Kunstwerk mit Licht aktiviert, ähnlich wie eine echte Laterne.

Kunst zum Anfassen: "The LIving Lantern", Foto: Sarah Marshall
Kunst zum Anfassen: „The LIving Lantern“, Foto: Sarah Marshall

„The Living Lantern“ verwendet einen kinetischen Mechanismus, den NEON bereits bei einer Reihe früherer Projekte (z. B. Shiver House) eingesetzt hat. Das Bauteil besteht aus dünnem Koskisen-Sperrholz, das mit einer Stahlmutter und -schraube gegengewichtet wird. Der verwendete Mechanismus bedeutet, dass das Bauteil bei Windstille waagerecht liegt, sich aber bei einer Brise anhebt oder senkt, um die Struktur zu schließen.

Ich hatte das starke Gefühl, dass das Licht die Persönlichkeit der atmenden Membran der Laterne widerspiegeln und darauf aufbauen sollte. Die Lichtsequenzen wurden so gestaltet, dass sie beim Betrachter einen meditativen Zustand hervorrufen, ähnlich wie das Flackern einer Kerze über die Zeit. In diesem Sinne haben die Sequenzen der „Living Lantern“ keinen erkennbaren Anfang und kein Ende, sondern sind abstrakt und in ständiger Veränderung begriffen. Dieser Ansatz bedeutet, dass die Menschen so viel oder so wenig Zeit mit dem Kunstwerk verbringen können, wie sie wollen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die Beleuchtung nicht interaktiv oder reaktionsfähig zu machen. Stattdessen ist sie so konzipiert, dass sie dem Betrachter als Portal zu seiner eigenen inneren Welt dient.

Aus technischer Sicht wurde die Beleuchtung für die Laterne auf einer volumetrischen Plattform entwickelt, die es ermöglicht, dass sich die Sequenzen scheinbar dreidimensional um die Skulptur herum bewegen. Dadurch verändert sich nicht nur das Aussehen der Laterne, sondern auch die sie umgebende Umgebung, da sie in farbiges Licht getaucht wird.

Frankie Boyle, Frankie Boyle Studio

„The Living Lantern“ war von Anfang an als ein begehbares Kunstwerk konzipiert. Zu diesem Zweck wurde der Rahmen für das Projekt mithilfe der CNC-Technologie entwickelt, die Präzision und Genauigkeit bietet und den einfachen Austausch von Teilen ermöglicht. Dieser Ansatz bedeutete, dass das Kunstwerk aus einer Reihe von Komponenten konstruiert werden konnte, die sich vor Ort wie ein Puzzle zusammenfügen lassen, sodass es relativ einfach installiert und deinstalliert werden kann. Das Ingenieurbüro Elliott Wood wurde mit der Ausarbeitung des Rahmens für das Kunstwerk beauftragt, um sicherzustellen, dass das Kunstwerk im Außenbereich statisch einwandfrei ist.

"The LIving Lantern" tagsüber, Foto: Sarah Marshall
„The LIving Lantern“ tagsüber, Foto: Sarah Marshall

„The Living Lantern“ wurde zum ersten Mal in Brisbane, Australien, im Rahmen des Word Science Festival und Curiocity gezeigt, einem 17-tägigen Festival, das Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen, Kunst und Mathematik (STEAM) zelebriert. Das Projekt wird derzeit in Hsinchu City, Tawain, im Rahmen des Taiwan Light Festival (ehemals Taiwan Lantern Festival, das aufgrund von Covid-19 umorganisiert wurde) gezeigt und wird anschließend an zahlreichen Orten weltweit im Rahmen einer fünfjährigen globalen Tournee zu sehen sein.

Seit dem Auftauchen von Covid-19 haben wir gemeinsam eine tief greifende Zeit der Ungewissheit und Angst durchlebt. Wir hoffen, dass die sich ständig verändernde Natur der „Living Lantern“ die Menschen zum Nachdenken, zur Reflexion und zu Tagträumen einlädt.

Mark Nixon von NEON
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