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Das V&A Design Museum in Dundee setzt neue Maßstäbe im Museumswesen

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Für Reisende und Liebhaber von Museen gibt es in Schottland seit 15. September 2018 eine neue Attraktion. Das V&A Design Museum, das von der UNESCO als City of Design geadelt wurde, gilt als Dependance des Londoner Victoria & Albert Museums und befindet sich direkt am Ufer des Rivers Tay. Im Laufe der vergangenen sechs Jahre begannen die eigenwilligen Außenmauern des Museums direkt neben dem Großsegler RRS Discovery sich in die Höhe zu erheben, bis sie die nunmehrige eindrucksvolle Erscheinung erreichten.

Auf den ersten Blick könnte Dir das V&A Design Museum etwas ungewöhnlich erscheinen, doch das ist gewollt. Der japanische Architekt Kengo Kuma wollte Gedanken an die schroffe, teilweise unregelmäßig geformte Küste Schottlands wie etwa Noup Head in Westray, erwecken. Doch Betrachter kommen eher auf die Idee, dass das nach unten sich verengende Äußere der beiden, nebeneinander verschobenen Teile des Gebäudes einem Schiffsrumpf ähnelt. Das könnte als Anspielung auf die bedeutende maritime Vergangenheit von Dundee interpretiert werden. Dem wird auch die erste Sonderausstellung „Ocean Liners: Speed & Stlye“ mehr als gerecht, die Besucher in die Zeit der Passagierschifffahrt am Beginn des 20. Jahrhunderts eintauchen lässt.

Doch auch schon der Anblick des V&A Design Museum ist ein Genuss und ein einzigartiges Erlebnis. Es kann weder als klein noch als groß beschrieben werden, denn es fügt sich perfekt an seinen Platz am Fluss ein. Du kannst dort drinnen Platz nehmen und lange die eigenwillige, aber auch vielschichtige Architektur bewundern. Einen genaueren Blick sind auch die verwendeten Farben, Formen und die Einflüsse des Lichts wert. Auch wenn das Gebäude des V&A Design Museum erst innerhalb der letzten Jahre errichtet wurde, wirkt es, als sei es immer schon vorhanden gewesen. Genau dieser Eindruck macht es so einzig- und großartig.

Foto: ©Hufton+Crow

Nachdem Du die Außenfassade mit ihren unregelmäßigen Betonplatten bestaunt hast, kannst Du das V&A Design Museum durch einen kleinen dreieckigen Eingang betreten. Diese geometrische Form ist im Übrigen eine der am liebsten verwendete im gesamten Gebäude. Und trotzdem ist alles in sich stimmig und erscheint wohlgeformt, egal von welchem Blickwinkel Du auch alles betrachtest. Du kannst zwischen den beiden Gebäudeteilen durch einen – ebenfalls – dreieckigen Gang hin- und her wandern. Dabei offenbart sich Dir ein herrlicher Blick Dundee auf das Wasser und umgekehrt, also von der Flussseite auf die Stadt. Darauf war auch der Focus der Verantwortlichen gerichtet, nämlich die Durchlässigkeit für das jeweils andere zu ermöglichen.

Rund um das Gebäude des V&A Design Museum rankt sich eine Treppe zu den einzelnen Ausstellungsräumen. Die Stufen zum Obergeschoss sind wie der Boden in der Halle selbst mit dunkelblauem Kalkstein, in denen Fossilien eingeschlossen sind, bedeckt. Nach ausgiebigem Bestaunen des Museums und der ganzen Eindrücke kannst Du Dich im herrlichen Restaurant im Obergeschoss mit Blick auf den Fluss Tay erholen. Zusätzlich findest Du in diesem Bereich drei Mehrzweckräume mit einer Gesamtfläche von 1100 Quadratmeter, wo immer wieder wechselnde Ausstellungen zu finden sind. Auf weiteren 550 Quadratmetern kannst Du Dich an einer Hommage an das traditionelle schottische Design erfreuen, dessen Palette von Comics über Videogames bis hin zu Mode und Möbel bzw. zu einem prunkvollen Kaminsims von Robert Adams reicht. Die verwendeten Materialien sind alle sehr hell, wobei durch die riesige schräge Holzwand, die die beiden Stockwerke verbindet, ein beeindruckender Effekt entsteht. Mitten im Eingangsbereich ragt der Lift pfeilerartig in die Höhe, ummantelt von sehr hellem und durchlässigem Metall. Damit entsteht ein atemraubender Kontrast zwischen Hell und Dunkel, Stein und Holz, der absolut gewollt fasziniert.

Foto: ©Hufton+Crow

Im oberen Bereich kannst Du Exponate aus allen Bereichen und bis in den Zeitraum des 21. Jahrhunderts entdecken. Das Prunkstück ist dabei der als Oak Room bezeichnete Raum, dessen Einrichtung aus Eichenholz im Jahre 1907 von Charles Rennie Mackintosh für Miss Cranston’s Tearoom, der sich in der Ingram Street in Glasgow befand, entworfen wurde. In den 1970e Jahren wurde das komplette Mobiliar in seine Einzelteile zerlegt und nun wieder in ihren Originalzustand des Teehauses, das 13 Meter Länge aufweist, gebracht. Dies alles geschah anlässlich des 150. Geburtsjahres des einzigartigen Designers und Architekten

Foto: ©Hufton+Crow

Egal wo Du im V&A Design Museum, dessen Errichtung und Ausstattung ungefähr 80 Millionen Pfund gekostet hat, hin möchtest, die Navigation ist einfach und gut verständlich. Sämtliche Schauräume sind sehr effektiv aufgebaut und eine ausgiebige Besichtigung wert.

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