Die „Fédération de la Haute Couture et de la Mode“ ist eine Vereinigung, die verschiedene Modelabels zusammenbringt. Um Teil dieser Vereinigung zu werden, muss man einige Kriterien erfüllen und besonders hochwertige sowie handgefertigte Modekunst zeigen. Im Gegensatz zur „Prêt-à-porter-Mode“ handelt es sich hierbei um Modekreationen, die als besonders luxuriös und außergewöhnlich gelten. „Haute Couture“ wird im Allgemeinen nur auf dem Laufsteg gezeigt, wobei sich die Designer und die renommierten Modehäuser völlig frei kreativ entfalten können. Die Kollektionen sind nicht für den alltäglichen Gebrauch gedacht, sondern sind als Kunstform anzusehen.

Geschichte der Haute Couture

Charles Frederick Worth kam Mitte des 19. Jahrhunderts nach Paris, um sein erstes großes Modehaus zu gründen.

Vorher war Worth ein Tuchhändler, aber er begann in Paris als Schneider von Damenkleidern. Seine Modelle waren sehr teuer und waren deshalb nur einer sehr vornehmen Kundschaft vorbehalten. Worth schneiderte Kleider für Kaiserin Eugénie, Königin Victoria, die Fürstin Pauline von Metternich und die Kaiserin Elisabeth von Österreich. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Gaston das Geschäft und gründete den „Chambre Syndicale de la Haute Couture“. Damit wollte er alle Couture-Häuser zusammenfassen. Im späteren Verlauf gab es viele weitere wichtige Figuren, die Einfluss nahmen auf die Entwicklung der luxuriösen Mode. Unter anderem waren dies Modeschöpfer wie Coco Chanel, Yves Saint Laurent und Christian Dior. Damit wurde Paris das Zentrum des Luxus und der Damenmode.

Heutzutage gibt es zweimal jährlich eine Fashion Show, die in Paris ausgetragen wird. Dabei werden handgefertigte und außergewöhnliche Schöpfungen aus den Modehäusern gezeigt. Dadurch stärken die Unternehmen ihr Prestige und sorgen für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Letztendlich wird die „Haute Couture“-Kleidung als Kunstwerk gezeigt. Die Intention ist es, die Aufmerksamkeit der internationalen Medien auf sich zu ziehen. Damit können die Designer preisgünstigere Prêt-à-porter Bekleidung, Kosmetik und Accessoires verkaufen, die zugänglicher sind.

Mit der Zeit gab es immer weniger Modehäuser, die bereit waren Geld und Zeit in diese Sparte zu investieren.

Während es nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch über 100 Modehäuser waren, zählen heutzutage nur noch knapp 20 zu den Vollmitgliedern der „Chambre Syndicale de la Haute Couture“ (Stand 2018).

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Kriterien für Haute Couture

„Haute Couture“ ist in Frankreich ein geschützter Begriff. Für eine Vollmitgliedschaft müssen sich die Modehäuser jede Saison, also zweimal im Jahr neu bewerben, um aufgenommen zu werden. Dabei gibt es einige Kriterien, die im Folgenden erläutert werden. Modehäuser, die nicht aufgenommen werden bei der „Chambre Syndicale de la Haute Couture“, dürfen ihre Mode nicht als „Haute Couture“ bezeichnen. Die Mitgliedschaft kann erstmals nur durch bereits vollwertige Mitglieder passieren. Das heißt, ein bereits integriertes Modehaus muss ein neues empfehlen, damit es Teil der Gesellschaft werden kann und die Mode unter diesem Begriff präsentieren kann.

Die Modehäuser müssen mindestens 20 Vollzeitangestellte haben und in den Shows müssen zweimal jährlich mindestens 35 Modelle gezeigt werden. Diese Teile müssen handgefertigte sowie maßgeschneiderte Unikate sein. Darüber hinaus muss das Unternehmen seinen Standort in der Modemetropole Paris haben, um aufgenommen zu werden. Diese Regeln gelten bereits seit 1945, jedoch wurden sie 1997 etwas gelockert. Es gibt einige Ausnahmen, die genehmigt werden, wenn diese Regeln nicht vollständig erfüllt werden können. Dabei sollte man anmerken, dass es einige Modehäuser gibt, wie Hermès und Louis Vuitton, die die Anforderungen erfüllen würden, jedoch keine „Haute Couture“-Kollektionen präsentieren.

Darüber hinaus gibt es seit 1997 einige Modehäuser, die als Gäste eingeladen werden, dies sind sogenannte „Membres invités“. Sie dürfen ihre Kollektionen unter dem Begriff „Couture“ präsentieren, jedoch ist „Haute Couture“ nur den Vollmitgliedern vorbehalten. Einige, die zunächst nur Gäste waren, sind jedoch später Teil der Chambre geworden. Dies sind beispielsweise Jean-Paul Gaultier oder Elie Saab.

Haute Couture hat nichts mit "Kleider von der Stange" zu tun - im Gegenteil. Foto: Iuliia / Adobe Stock
Haute Couture hat nichts mit „Kleider von der Stange“ zu tun – im Gegenteil. Foto: Iuliia / Adobe Stock

Prägende Momente

Einige wichtige Momente der Shows sollen im Folgenden gezeigt werden. Es ist nur eine kleine Auswahl von vielen bedeutenden Momenten, die die „Haute Couture“ geprägt haben.

Karl Lagerfelds erste Chanel-Show – Chanel Haute Couture Herbst/Winter 1983

1983 erhielt Karl Lagerfeld seinen ersten Auftrag bei Chanel. Als Kreativdirektor nahm Lagerfeld Chanel ins moderne Zeitalter mit und prägte „Haute Couture“. Er verkörperte das, was das Publikum an der „Haute Couture“ so liebte, nämlich den Eskapismus vor dem Alltag. Anfangs erhielt Lagerfeld viel Kritik für seine Visionen, jedoch prägte er die Modewelt über mehrere Jahrzehnte wie kein anderer.

Gallianos Fantasie – Christian Dior Haute Couture Frühling/Sommer 2003

John Galliano’s Christian Dior Laufsteg galt als das Zentrum der Theatralik, da der britische Designer die Kleider wild machte wie kein Zweiter. Nachdem er die Führung bei Dior übernommen hatte, kombinierte er Farben und Muster traditioneller japanischer und chinesischer Kleidung, um eigene Kunstwerke zu erschaffen. Seine Fantasie erschuf ein Meisterwerk aus pompösen Kleidern, einer Menge Rüschen und Plateauschuhen.

Chanels kleines Schwarzes – Chanel Haute Couture Frühjahr/Sommer 1994

Heutzutage kennt beinahe jeder den Begriff des kleinen Schwarzen. 1994 trug Naomi Campbell das Kleid, welches Generationen prägte in Kombination mit einem enormen Hut und transparenten Handschuhen. Das Kleid alleine ist prinzipiell kein Teil der „Haute Couture“-Mode im engeren Sinne, jedoch schaffte die Präsentation davon einen Moment, den niemand aus der Modewelt vergessen kann.

„Haute Couture“ hat viele Trends und Aspekte in der Modewelt geprägt. Es wurden Statements gesetzt und die Modewelt wurde inspiriert von Kunstwerken, die extrem einzigartig sind. Viele Stücke sind heutzutage in Museen ausgestellt, wenn sie nicht verkauft wurden. Dies zeigt noch einmal mehr, dass diese Sparte viel mehr als nur Mode ist, es ist eine Kunstform.

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